Ihre Trai¬≠ne¬≠rin Anna Weber

Trai¬≠ning auf Basis aktu¬≠el¬≠ler wis¬≠sen¬≠schaft¬≠li¬≠cher Stan¬≠dards ohne Ein¬≠satz von Gewalt oder Zwangs¬≠mit¬≠teln ist mir eine Her¬≠zens¬≠an¬≠ge¬≠le¬≠gen¬≠heit. Mein Fokus liegt auf wert¬≠sch√§t¬≠zen¬≠dem Umgang mit Mensch und Hund. Nie¬≠mand muss sich schlecht f√ľh¬≠len, um zu guten Leis¬≠tun¬≠gen gef√ľhrt zu wer¬≠den. In mei¬≠ner Arbeit fokus¬≠sie¬≠re ich mich auf die Bed√ľrf¬≠nis¬≠se und Poten¬≠tia¬≠le der Hun¬≠de und ihrer Besitzer*innen. Wer Lust hat, sei¬≠nen Hund aus einer offe¬≠nen, herz¬≠li¬≠chen Per¬≠spek¬≠ti¬≠ve zu betrach¬≠ten und ihn nicht als Arbeits¬≠ge¬≠r√§t sieht, ist bei mir genau rich¬≠tig. Gleich¬≠zei¬≠tig bedeu¬≠tet dies jedoch nicht, dass wir mit einer lais¬≠sez fai¬≠re Manier und nied¬≠ri¬≠gen Anspr√ľ¬≠chen arbei¬≠ten. Enor¬≠me Leis¬≠tun¬≠gen und gleich¬≠zei¬≠tig zufrie¬≠de¬≠ne Hun¬≠de, sind das Ziel mei¬≠ner Arbeit. Im Zwei¬≠fel steht immer das Wohl des Tie¬≠res im Vordergrund.

Ich bin stolz mit mei¬≠nen M√§dels Teil der Arten¬≠sp√ľr¬≠hun¬≠de¬≠staf¬≠fel Deutsch¬≠land zu sein!

Qua­li­fi­ka­tio­nen

Erlaub­nis nach §11 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. f TierSchG durch das Vete­ri­när­amt Kulmbach

Seit 2010 bil¬≠de ich mich lau¬≠fend bei nam¬≠haf¬≠ten Trainer*innen fort. Die Inhal¬≠te rei¬≠chen von Wel¬≠pen¬≠trai¬≠ning, √ľber Ver¬≠hal¬≠tens¬≠the¬≠ra¬≠pie und orga¬≠ni¬≠schen Ursa¬≠chen, bis hin zu Spe¬≠zi¬≠al¬≠the¬≠men der Nasen¬≠ar¬≠beit. Da Ler¬≠nen nie auf¬≠h√∂rt, wird die Lis¬≠te der Fort¬≠bil¬≠dun¬≠gen jedes Jahr l√§n¬≠ger. Die¬≠se beinhal¬≠tet nicht nur hundli¬≠ches Fach¬≠wis¬≠sen, son¬≠dern auch The¬≠men aus dem Human¬≠be¬≠reich, da ich als P√§d¬≠ago¬≠gin sehr am Men¬≠schen und der Kom¬≠mu¬≠ni¬≠ka¬≠ti¬≠on inter¬≠es¬≠siert bin. Hun¬≠de¬≠trai¬≠ning ist Menschentraining.

  • Abge¬≠schlos¬≠se¬≠nes Stu¬≠di¬≠um der P√§d¬≠ago¬≠gik und Sozio¬≠lo¬≠gie B.A. Univ. (Erwachsenenbildung/ Ele¬≠men¬≠tar- und Familienbildung)
  • Stressmanagerin/ Ent¬≠span¬≠nungs¬≠p√§d¬≠ago¬≠gin, BTB
  • Wald-Gesund¬≠heits¬≠trai¬≠ne¬≠rin, LMU M√ľn¬≠chen & Kneip¬≠p√§rz¬≠te¬≠bund e.V.
  • Burn¬≠out Pr√§¬≠ven¬≠ti¬≠on Bera¬≠te¬≠rin, BTB
  • Scent Detec¬≠tion Basis Trai¬≠ne¬≠rin, Scent Vision
  • Trai¬≠nings¬≠spe¬≠zia¬≠list Hund i.A.

Hundetrainer*innen, bei denen ich lernte

Dr. Ute Blasch¬≠ke-Bert¬≠hold, Ines Scheu¬≠er-Din¬≠ger, Maria Reh¬≠ber¬≠ger, Son¬≠ja Mei¬≠burg, Petra Elbeck-M√∂l¬≠ler, Turid Rugaas, Esther Foll¬≠mann, Bet¬≠ti¬≠na Alm¬≠ber¬≠ger, Die¬≠ter Degen, Maria Hen¬≠se, Doro¬≠thee Schnei¬≠der, Anja Fied¬≠ler, Ulri¬≠ke Seu¬≠mel, Eva Fuhr¬≠mann, Car¬≠men Baum¬≠gar¬≠ten, Dr. Leo¬≠pold Slot¬≠ta-Bach¬≠mayr, Flo¬≠ri¬≠an Schnei¬≠der, Kat¬≠ja Frey ‚Ķ

Aktu­el­le Fortbildungen

  • Dr.Leopold Slot¬≠ta-Bach¬≠mayr: Die M√∂g¬≠lich¬≠kei¬≠ten der Anzei¬≠ge und ihr Auf¬≠bau in der Sp√ľr¬≠hun¬≠de¬≠ar¬≠beit (Web¬≠i¬≠nar, Febru¬≠ar 2022)
  • Natur¬≠schutz¬≠hun¬≠de √Ėster¬≠reich: Aus¬≠bil¬≠dungs¬≠prin¬≠zi¬≠pi¬≠en, Ele¬≠men¬≠te der Suche, Rie¬≠chen und Ger√ľ¬≠che (Web¬≠i¬≠nar¬≠rei¬≠he, M√§rz 2022)
  • Kynotec, Flo¬≠ri¬≠an Schnei¬≠der: Grund¬≠la¬≠gen f√ľr Arbeits¬≠hun¬≠de-Teams (Web¬≠i¬≠nar, Febru¬≠ar 2022)
  • Wild¬≠life Detec¬≠tion Dogs e.V., Arbeits¬≠ta¬≠gung drei¬≠t√§¬≠gig (Juli 2022)
  • Scent Visi¬≠on, Car¬≠men Baum¬≠gar¬≠ten: Sp√ľr¬≠hun¬≠de¬≠se¬≠mi¬≠nar zwei¬≠t√§¬≠gig (Pra¬≠xis, August 2022)
  • Neo¬≠zoen Detec¬≠tion Dogs, Car¬≠me¬≠lo Colet¬≠ti: Scent Detec¬≠tion zwei¬≠t√§¬≠gig (Pra¬≠xis, Okto¬≠ber 2022)
  • Tobi¬≠as Gus¬≠tav¬≠son, Sp√ľr¬≠hun¬≠de¬≠ar¬≠beit f√ľr ein¬≠satz¬≠f√§¬≠hi¬≠ge Teams, drei¬≠t√§¬≠gig (Janu¬≠ar 2023)
  • Kynotec, Flo¬≠ri¬≠an Schnei¬≠der: Sp√ľr¬≠hun¬≠de¬≠trai¬≠ning f√ľr ein¬≠satz¬≠f√§¬≠hi¬≠ge Teams, drei¬≠t√§¬≠gig (Febru¬≠ar 2023)
  • Scent Visi¬≠on, Car¬≠men Baum¬≠gar¬≠ten: Scent Detec¬≠tion Trai¬≠ner¬≠aus¬≠bil¬≠dung, monat¬≠lich drei¬≠t√§¬≠gig (Janu¬≠ar-April 2023)
  • Kat¬≠ja Frey, Trai¬≠nings¬≠spe¬≠zia¬≠list Modul 1 (Febru¬≠ar 2023
  • Kat¬≠ja Frey, Trai¬≠nings¬≠spe¬≠zia¬≠list Modul 2 (Mai/Juni 2023)
  • Kat¬≠ja Frey, Trai¬≠ning¬≠spe¬≠zia¬≠list Modul 3 (Sept 2023)

Und wer Lust hat die Geschich­te hin­ter all dem zu lesen, kann sich hier dem län­ge­ren Text widmen…

Per­sön­li­che Geschichte

Ich k√∂nn¬≠te hier jetzt sowas schrei¬≠ben wie: ‚ÄúSchon seit mei¬≠ner Kind¬≠heit haben mich Tie¬≠re magisch ange¬≠zo¬≠gen‚Ķ‚ÄĚ Mache ich aber nicht. Denn ganz ehr¬≠lich? Was sagt das schon wirk¬≠lich aus!? Statt¬≠des¬≠sen m√∂ch¬≠te ich hier eine Geschich¬≠te erz√§h¬≠len, die mich sehr gepr√§gt hat und die mich zu der Trai¬≠ne¬≠rin gemacht hat, die ich heu¬≠te bin.

Rich¬≠tig ans Ein¬≠ge¬≠mach¬≠te ging es bei mir im Janu¬≠ar 2010. Ich dach¬≠te, ich h√§t¬≠te Erfah¬≠rung. Ich dach¬≠te ich h√§t¬≠te Ahnung. So einen Hund bekom¬≠me ich schon erzo¬≠gen, kann ja nicht so schwer sein. Ich hat¬≠te bereits eini¬≠ge Hun¬≠de in den H√§n¬≠den, zwar nicht mei¬≠ne eige¬≠nen, aber ein wenig Erfah¬≠rung war schon da. Dann kam Fee. Eine damals 3,5 j√§h¬≠ri¬≠ge Aus¬≠tra¬≠li¬≠an She¬≠p¬≠herd H√ľn¬≠din aus dem Tier¬≠schutz. Anstatt den per¬≠fek¬≠ten, s√ľ√üen Wel¬≠pen vom Z√ľch¬≠ter zu kau¬≠fen, was ich eigent¬≠lich vor hat¬≠te, habe ich sie auf¬≠ge¬≠nom¬≠men. Einen Aus¬≠sie mit Vor¬≠ge¬≠schich¬≠te. Einen Hund, der frem¬≠de Men¬≠schen nicht in die Woh¬≠nung l√§sst, bei Hun¬≠de¬≠be¬≠geg¬≠nun¬≠gen v√∂l¬≠lig eska¬≠lier¬≠te und wenn sie auf der Stra¬≠√üe ange¬≠spro¬≠chen wur¬≠de, muss¬≠te man auf¬≠pas¬≠sen, dass sie nicht sofort zuschnappte.

Fee zog bei mir in die Stu¬≠den¬≠ten WG in die Stadt. Nicht gera¬≠de ein Umfeld f√ľr so einen Hund. Vie¬≠le Men¬≠schen auf der Stra¬≠√üe, vie¬≠le Rei¬≠ze bei jedem Gas¬≠si und in der Woh¬≠nung st√§n¬≠dig frem¬≠de Leu¬≠te. Das war in den ers¬≠ten Jah¬≠ren auch f√ľr mei¬≠ne Mitbewohner*innen echt eine Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠rung mit Fee und mir. (Dan¬≠ke euch! )

Ein paar Wochen habe ich selbst ver¬≠sucht Fee zu erzie¬≠hen. Ich dach¬≠te, mit ein biss¬≠chen Kon¬≠se¬≠quenz, Lei¬≠nen¬≠f√ľh¬≠rig¬≠keit (man, hat sie gezo¬≠gen!) und Rou¬≠ti¬≠ne wird das schon. Zu mir war sie ja schlie√ü¬≠lich von Anfang an vol¬≠ler Ver¬≠trau¬≠en. Da w√ľr¬≠den sich die Pro¬≠ble¬≠me mit frem¬≠den Men¬≠schen und Hun¬≠den schon irgend¬≠wann geben. Doch Fee sah das anders. Es wur¬≠de immer schlim¬≠mer. Ich habe heu¬≠te noch das Bild vor Augen, wie sie sich an der Lei¬≠ne neben mir schrei¬≠end √ľber¬≠schlug und bis auf mei¬≠ne Kopf¬≠h√∂¬≠he sprang, nur weil irgend¬≠wo am Hori¬≠zont ein Hund ent¬≠lang lief.

Ich wur¬≠de immer rat¬≠lo¬≠ser und Fee immer rasen¬≠der. Es gibt zwei Momen¬≠te, an die ich bis heu¬≠te mit G√§n¬≠se¬≠haut den¬≠ke. Der ers¬≠te rich¬≠tig kr√§f¬≠ti¬≠ge Ruck am Hals¬≠band ist einer davon. Es war mir nicht wohl, aber man lie√üt ja so viel davon. Also habe ich es getan. Fee ras¬≠te¬≠te aus, weil wie¬≠der irgend¬≠wo ein Hund auf¬≠tauch¬≠te, ich ruck¬≠te kr√§f¬≠tig in der Hoff¬≠nung, dass sie still wird. Fee ras¬≠te¬≠te noch mehr aus.

Die zwei¬≠te Situa¬≠ti¬≠on war schlimm. Sie ist so lan¬≠ge her, aber ich wei√ü es noch als w√§re es ges¬≠tern gewe¬≠sen. Auf dem Geh¬≠steig kam mir ein gro¬≠√üer Sch√§¬≠fer¬≠hund ent¬≠ge¬≠gen und ich wuss¬≠te, das wird nicht gut gehen. Auf der einen Sei¬≠te H√§u¬≠ser, auf der ande¬≠ren Sei¬≠te eine stark befah¬≠re¬≠ne Stra¬≠√üe. Der Sch√§¬≠fer¬≠hund kam mit sei¬≠nem Men¬≠schen auf uns zu, Fee ras¬≠te¬≠te aus. War ja klar. Kann¬≠te ich ja schon. Sie schrie und tob¬≠te. Es war super eng. Ich hol¬≠te Anlauf und trat ihr mit dem Fu√ü in die Sei¬≠te. Ein ein¬≠zi¬≠ges Mal.

Das St√∂h¬≠nen und der v√∂l¬≠lig ver¬≠st√§nd¬≠nis¬≠lo¬≠se Blick von Fee gin¬≠gen mir durch Mark und Bein. Ich habe noch heu¬≠te Tr√§¬≠nen in den Augen, wenn ich die¬≠se Geschich¬≠te erz√§h¬≠le. Ich war damals v√∂l¬≠lig rat¬≠los und ma√ü¬≠los √ľber¬≠for¬≠dert. Gewalt im Hun¬≠de¬≠trai¬≠ning war zur die¬≠ser Zeit noch viel mehr auf offe¬≠ner Stra¬≠√üe zu sehen, als heu¬≠te. Und doch gen√ľg¬≠te die¬≠ses eine St√∂h¬≠nen und die¬≠ser Blick von Fee, dass ich nie mehr wie¬≠der so etwas mach¬≠te. Nie mehr.

Ich war zu die¬≠sem Zeit¬≠punkt v√∂l¬≠lig √ľber¬≠for¬≠dert und wuss¬≠te ein¬≠fach nicht was ich tun soll¬≠te um den Hund in Begeg¬≠nun¬≠gen still zu bekom¬≠men. Ich hat¬≠te kei¬≠ne Ahnung war¬≠um sie das tat. Kei¬≠ne Ahnung wie ich uns bei¬≠den da raus hel¬≠fen k√∂nn¬≠te. Ich stand v√∂l¬≠lig unter Stress und habe aus dem Affekt gehan¬≠delt und bereue das bis heu¬≠te. In den dar¬≠auf fol¬≠gen¬≠den Jah¬≠ren f√ľhr¬≠te ich vie¬≠le Gespr√§¬≠chen mit ande¬≠ren Hundetrainer*innen und mei¬≠nen Kun¬≠den. Manch¬≠mal kam auch die¬≠se Situa¬≠ti¬≠on auf den Tisch. Eini¬≠ge Men¬≠schen sag¬≠ten von sich: so etwas k√∂n¬≠ne ihnen nie pas¬≠sie¬≠ren. Egal wie gestresst sie sei¬≠en, Gewalt kommt nicht in Frage.

Heu¬≠te w√ľr¬≠de ich das auch von mir behaup¬≠ten. Egal wel¬≠che Umst√§n¬≠de heu¬≠te zusam¬≠men kom¬≠men w√ľr¬≠den. Egal wie gestresst ich bin oder wie bl√∂d die Situa¬≠ti¬≠on w√§re, mei¬≠nen Hund w√ľr¬≠de ich nie¬≠mals nie wie¬≠der tre¬≠ten. Doch es gibt einen ganz gro¬≠√üen Unter¬≠schied: ich habe heu¬≠te einen rie¬≠si¬≠gen Werk¬≠zeug¬≠kof¬≠fer an Din¬≠gen, die mir hel¬≠fen. Sol¬≠che Situa¬≠tio¬≠nen ent¬≠ste¬≠hen gar nicht mehr, weil ich sie fr√ľ¬≠her erken¬≠ne, weil ich heu¬≠te die Hin¬≠ter¬≠gr√ľn¬≠de ver¬≠ste¬≠he, Ver¬≠hal¬≠ten lesen kann und viel fr√ľ¬≠her dees¬≠ka¬≠lie¬≠re. Auch weil ich mich heu¬≠te viel bes¬≠ser ken¬≠ne und bes¬≠ser sp√ľ¬≠re. Ich f√ľh¬≠le den Stress, wenn er kommt und ich wei√ü wie ich selbst damit umge¬≠hen kann. Und ganz wich¬≠tig: ich bin aus tiefs¬≠tem Her¬≠zen wirk¬≠lich kein impul¬≠si¬≠ver Mensch. Ich nei¬≠ge eigent¬≠lich gar nicht zu solch einer Reaktion.

Aber fr√ľ¬≠her hat¬≠te ich all die¬≠se Werk¬≠zeu¬≠ge nicht und war auch ganz per¬≠s√∂n¬≠lich an einem v√∂l¬≠lig ande¬≠ren Punkt im Leben. Und es ist pas¬≠siert, ich bereue es. Aber ich kann es nicht r√ľck¬≠g√§n¬≠gig machen und ich ver¬≠ur¬≠tei¬≠le nie¬≠man¬≠den, dem das sel¬≠be passiert!

(Was ich hin­ge­gen schon ver­ur­tei­le, ist vor­sätz­li­che Gewalt!)

Von Fees Ein¬≠zug, bis zum Start mei¬≠nes Weges als Hun¬≠de¬≠trai¬≠ne¬≠rin ver¬≠gin¬≠gen 8 Wochen. Viel¬≠leicht waren es auch 6 Wochen, ich wei√ü es nicht mehr genau. Als mir klar wur¬≠de, dass das mit ‚Äúein biss¬≠chen Kon¬≠se¬≠quenz‚ÄĚ halt nicht getan ist, ent¬≠schied ich eine Trai¬≠ne¬≠rin zu besu¬≠chen. Die¬≠se Trai¬≠ne¬≠rin war Ines Scheu¬≠er-Din¬≠ger und wir sind bis heu¬≠te befreundet.

Ines zeig¬≠te mir in weni¬≠gen Ein¬≠hei¬≠ten, war¬≠um Fee die¬≠ses Ver¬≠hal¬≠ten zeig¬≠te und was ich statt Gewalt tun kann. Es √∂ff¬≠ne¬≠te sich eine Welt f√ľr mich. Ich saug¬≠te alles auf, was ich in die Fin¬≠ger bekam. Ich ver¬≠schlang B√ľcher, beglei¬≠te¬≠te Ines mit ihrem Hund und mit Kun¬≠den, und recher¬≠chier¬≠te was das Inter¬≠net so her gab. Mit Fee trai¬≠nier¬≠te ich t√§g¬≠lich. All¬≠tag wur¬≠de Trai¬≠ning, Trai¬≠ning wur¬≠de All¬≠tag. Und sie dank¬≠te es mir. Wir mach¬≠ten so rasend schnell Fort¬≠schrit¬≠te, das klar war: die¬≠ser Weg ist richtig.

Nach zwei Jah¬≠ren, in denen ich mein Stu¬≠di¬≠um an der Uni mit mini¬≠mals¬≠tem Auf¬≠wand betrieb, das Eigen¬≠stu¬≠di¬≠um von Hun¬≠de¬≠ver¬≠hal¬≠ten daf√ľr mit maxi¬≠mals¬≠tem, beschloss ich den Weg noch pro¬≠fes¬≠sio¬≠nel¬≠ler zu gehen. Ich besuch¬≠te jedes Pra¬≠xis¬≠se¬≠mi¬≠nar von posi¬≠tiv arbei¬≠ten¬≠den Hundetrainer*innen, was ange¬≠bo¬≠ten wur¬≠de, ging zu Vor¬≠tr√§¬≠gen und mel¬≠de¬≠te mich bei der ATN zur Trai¬≠ner¬≠aus¬≠bil¬≠dung an. Ich gr√ľn¬≠de¬≠te mei¬≠ne ers¬≠te Hun¬≠de¬≠schu¬≠le im Jahr 2012 und ich lieb¬≠te es!

Es war wohl nicht ver¬≠wun¬≠der¬≠lich, dass mir die schwie¬≠ri¬≠gen Hun¬≠de zuflo¬≠gen. So wur¬≠den mein Ste¬≠cken¬≠pferd recht schnell die fr√ľ¬≠her so ver¬≠hass¬≠ten Hun¬≠de¬≠be¬≠geg¬≠nun¬≠gen und Aggres¬≠si¬≠ons¬≠ver¬≠hal¬≠ten. Gera¬≠de die sen¬≠si¬≠blen Seel¬≠chen, die v√∂l¬≠lig miss¬≠ver¬≠stan¬≠den waren, lagen mir gut. Es erga¬≠ben sich Koope¬≠ra¬≠tio¬≠nen mit Tier¬≠kli¬≠ni¬≠ken und ande¬≠ren Trainer*innen und mir wur¬≠den mit den Jah¬≠ren immer schwie¬≠ri¬≠ge¬≠re F√§l¬≠le zugetragen.

Fee ent¬≠wi¬≠ckel¬≠te sich gro√ü¬≠ar¬≠tig. Frem¬≠de Hun¬≠de waren kaum noch ein Pro¬≠blem, frem¬≠de Men¬≠schen in der Woh¬≠nung fand sie zwar nie gut, aber sie lern¬≠te es zu ertra¬≠gen. Drau¬≠√üen konn¬≠te sie √ľber¬≠all gefahr¬≠los frei lau¬≠fen und wir hat¬≠ten rich¬≠tig Freu¬≠de miteinander.

Die immer kom¬≠ple¬≠xer wer¬≠den¬≠den Kun¬≠den¬≠an¬≠fra¬≠gen f√ľhr¬≠ten dazu, dass ich rich¬≠tig viel lern¬≠te. Ich knie¬≠te mich mit allem was ich hat¬≠te rein. Tausch¬≠te mich mit Kolleg*innen aus, besuch¬≠te lau¬≠fend Fort¬≠bil¬≠dun¬≠gen, lern¬≠te mit jedem Hund und jedem Men¬≠schen. Es lief gut und ich bekam vie¬≠le posi¬≠ti¬≠ve R√ľckmeldungen.

Anfang 2013 und Ende 2014 zogen mei¬≠ne zwei wei¬≠te¬≠ren Hun¬≠de ein. Erst Luke. Die Geschich¬≠te war √§hn¬≠lich wie bei Fee. Ich woll¬≠te einen net¬≠ten unkom¬≠pli¬≠zier¬≠ten Zweit¬≠hund und zu mir kam ein hoch aggres¬≠si¬≠ver, ver¬≠hal¬≠tens¬≠ge¬≠st√∂r¬≠ter R√ľde. Einen Unter¬≠schied zu Fee gab es: Luke war hef¬≠ti¬≠ger. Er hat¬≠te schon Men¬≠schen und Hun¬≠de gebis¬≠sen, zeig¬≠te in Kon¬≠flikt¬≠si¬≠tua¬≠tio¬≠nen kein Droh¬≠ver¬≠hal¬≠ten mehr (statt knur¬≠ren gleich bei¬≠√üen ist ziem¬≠lich uncool f√ľr das Gegen¬≠√ľber) und war bereits 7 Jah¬≠re alt. Spoi¬≠ler: ich lie¬≠be ihn √ľber alles und habe auch mit ihm wie¬≠der eine Men¬≠ge gelernt. Mon¬≠te, der drit¬≠te im Bun¬≠de war dann wirk¬≠lich der net¬≠te. Ein Bor¬≠der Col¬≠lie ohne schlech¬≠te Erfah¬≠run¬≠gen. Auch schon fast 4 Jah¬≠re alt, aber gut erzo¬≠gen und freund¬≠lich aus tiefs¬≠tem Herzen.

Die Hun¬≠de¬≠schu¬≠le lief gut, zu gut. √úber eini¬≠ge Jah¬≠re arbei¬≠te¬≠te ich viel zu viel mit viel zu schwe¬≠ren The¬≠men. Und die The¬≠men wur¬≠den schwe¬≠rer und schwe¬≠rer, die F√§l¬≠le schwie¬≠ri¬≠ger und erns¬≠ter. Es ist nie etwas pas¬≠siert und ich konn¬≠te all mei¬≠nen Kun¬≠den hel¬≠fen. Doch irgend¬≠wann kam der Punkt, an dem es mir zu viel wur¬≠de. Wer sich den gan¬≠zen Tag mit Aggres¬≠si¬≠on und gro¬≠√üer Not der Besitzer*innen besch√§f¬≠tigt, muss gut f√ľr sich selbst sor¬≠gen und das konn¬≠te ich damals nicht. Mir ging es nicht mehr gut und irgend¬≠wann kam der Punkt, an dem ich ent¬≠schied die Hun¬≠de¬≠schu¬≠le zu schlie√üen.

Es ver¬≠gin¬≠gen ein paar Jah¬≠re, die ich mit mei¬≠nen Hun¬≠den genoss! End¬≠lich Zeit. End¬≠lich wie¬≠der Lust mit ihnen zu arbei¬≠ten, lan¬≠ge Wan¬≠de¬≠run¬≠gen zu gehen und ein¬≠fach im hier und jetzt zu sein. Denn wer den gan¬≠zen Tag Pro¬≠blem¬≠f√§l¬≠le ande¬≠rer Men¬≠schen w√§lzt ohne dabei f√ľr einen Aus¬≠gleich zu sor¬≠gen, der hat am Ende des Tages kei¬≠ne Kapa¬≠zi¬≠t√§¬≠ten mehr f√ľr die eige¬≠nen Hun¬≠de. Geschwei¬≠ge denn f√ľr sonst irgendwas.

Die Jah¬≠re ohne Hun¬≠de¬≠schu¬≠le waren gut und wich¬≠tig. Fee war inzwi¬≠schen der Ver¬≠lass¬≠hund in allen Lebens¬≠la¬≠gen (ok, Besuch im Haus moch¬≠te sie nie wirk¬≠lich. Doch selbst das war zum Schluss fast ent¬≠spannt). Im Jahr 2019, Fee war 13 Jah¬≠re alt, wur¬≠de eine schwe¬≠re Herz¬≠krank¬≠heit dia¬≠gnos¬≠ti¬≠ziert. Sie hat mir noch zwei Jah¬≠re Zeit geschenkt mich mit dem The¬≠ma Tod aus¬≠ein¬≠an¬≠der¬≠zu¬≠set¬≠zen. Die¬≠se zwei Jah¬≠re waren nicht leicht, aber sehr inten¬≠siv und lehr¬≠reich f√ľr mich. Auch ihr Tod war so wie sie immer war: voll¬≠kom¬≠men im hier und jetzt und abso¬≠lut selbst¬≠be¬≠stimmt. Sie starb zuhau¬≠se, als ihr Herz mit 15 Jah¬≠ren nicht mehr schla¬≠gen konnte.

Fee habe ich alles zu ver¬≠dan¬≠ken. 11,5 wun¬≠der¬≠vol¬≠le gemein¬≠sa¬≠me Jah¬≠re. Ein umfas¬≠sen¬≠des Wis¬≠sen √ľber Hun¬≠de¬≠ver¬≠hal¬≠ten. Ein umfas¬≠sen¬≠des Wis¬≠sen √ľber mich selbst. Sie war mein t√§g¬≠li¬≠cher Spie¬≠gel, manch¬≠mal dabei auch ganz sch√∂n gnadenlos.

In den zwei let¬≠zen gemein¬≠sa¬≠men Jah¬≠ren, in der uns t√§g¬≠lich der Gedan¬≠ke an den Tod beglei¬≠tet hat, hat sie mir sogar noch die Zeit geschenkt all das zu ver¬≠ar¬≠bei¬≠ten und mich auf den Abschied vor¬≠zu¬≠be¬≠rei¬≠ten. Und es war ok. Sehr schmerz¬≠haft, aber ok.

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